Kirche
Der Unterschied zwischen den Ausdrücken "Opium FÜRS
Volk" und "Opium DES Volkes" ist wohl größer,
als so mancher Marx zitierend glaubender (Gläubiger ist in diesem
Sinne jemand anderes) zu glauben vermag. Die Lateinische Schreibweise
für beide Formulierungen wäre absolut identisch, deren Interpretation
(genitivus subjectivus oder objectivus?) bzw. ihr deutschsprachiger
Sinngehalt jedoch hochgradig bilateral.
Der Unterschied liegt, nicht nur meines Glaubens nach, in der Aktivität
bzw. Passivität der betroffenen Parteien. Was ich selbst so glaube,
glaubt mir eh' kein Glaubender, ganz zu schweigen von Gläubigern.
Über das Credo bzw. die Herztransplationsrate ("credere"
kommt von "cor dare" - "das Herz geben") glaubender
Gläubiger vermag ich persönlich keine Aussage zu treffen.
Welcher gläubige/Gläubiger jetzt eher sein Herz bluten lässt,
einen Kredit vergibt, das Delkredere übernimmt oder ein handelsübliches
Deodorant verwendet, sei vorerst dahingestellt.
Die folgende, bahnbrechende, Erkenntnis entstand lediglich aus der
Verlegenheit, eine leicht unkoordinierte Religions-Vertretungsstunde
(Schreibt einen Aufsatz zur Fragestellung "Kirche, für was?")
in der neunten Klasse zu überbrücken. Hier mein geistiger
(nicht geistlicher) Erguss:
Kirche - für was?
Kirche - für was, oder,
um die Derogation der
momentanen Situation
zu konkretisieren, wofür?
Um diese bisher überaus
theoretische Fragestellung
zu analysieren, bzw. analog
dazu die Konsequenzen
einschließlich der eventuell
auftretenden Inkongruenzen
zu erörtern und letztendlich auf
neuzeitliche Gesellschaftsformen
zu transferieren, sind rudimentäre
theologisch und ethisch objektive
Darstellungsparabeln zu involvieren.
Die Prägnanz dieser ungemein
brisanten Transfiguration erfordert
eine konkrete Definition der in schon
vielen Debatten diskutierten
theologisch-humanistischen Formel
"Kirche - ja oder nein?".
Dabei sollte der apokryph anmutende
Ausspruch "vox populi, vox dei"
wohlan ein Homerisches Gelächter,
keineswegs aber apoplektische
Tendenzen hervorrufen.
Eine solch hybride Präsumption würde bei koexistenziell
geschädigten Opfern unseres konsumunterwürfigen Systems
zu divergierenden Reaktionen führen. Um eine Konvergenz zu
realisieren, wären diverse Paralipomena zu den von Jesus in
dessen Bergpredigt dargestellten Konzeptionen von exzeptioneller
Wichtigkeit, da sie die nicht völlig indiskutable Frage nach
der Existenz bzw. der fortwährenden Disabstinenz des ein gehöriges
destruktives Potential aufweisenden Atheismus aufwirft, welcher
de facto als immanente Gefahr für die geistliche Flora und
Fauna, ganz zu Schweigen von der gesamten, vom praktizierten Agnostizismus
deutlich erodierten Zivilisation, nicht - ob bewusst oder aus reiner
Ignoranz -
negiert werden darf.
Von gewisser Impertinenz,
wenn nicht gar Imbezillität,
zeugt daher eine unlängst
durchgeführte und die Idiosynkrasie
der illustren Gesellschaft partiell zu
unkritisch widerspiegelnde Enquete,
die den status quo nach dem
Zweiten Vatikanischen Konzil
unbeabsichtigterweise treffend
auf den Punkt bringt:
"Manche mögen die Kirche, andere nicht!"